FAQ für Plattenspieler

 

Liebe Musikfreunde.

 

Die Schallplatte ist kaum wegzudenken! Täglich führe ich im Shop interessante Gespräche rund um dieses Thema. Habt auch ihr schon das eine oder andere Mal mit dem Gedanken gespielt, euch einen Schallplattenspieler zuzulegen oder die alte, verstaubte Kiste zu erneuern?

 

Wenn ja, seit ihr hier genau richtig!

 

Gerne möchte ich euch in diesem Bericht die wichtigsten Fragen rund um Plattenspieler, Tonabnehmer & Co. beantworten. Da ich diesen Bericht auch für Neulinge in der Welt der Schallplatte verständlich machen will, halte ich mich mit fachchinesisch bestmöglich zurück.

Falls die Infos und Erklärungen für den einen oder anderen zu simpel ist, dürft ihr uns gerne kontaktieren.

 

Wer detaillierte Informationen zu den einzelnen Produkte erfahren möchte, findet alles unter "Sortiment"

 

Ach ja, noch eines.. Dieses Thema ist sehr komplex. Alle nun folgenden Angaben beschreiben die Technik. Die einzelnen Elemente alleine jedoch garantieren nicht, dass ein Gerät "perfekt" ist! Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten, das ist die hohe Kunst! 

 

Gerne beraten wir euch natürlich individuell im Geschäft!

Die Antriebsarten

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen Plattenteller anzutreiben. Der Antrieb ist relativ schnell und simpel erklärt. Die Antriebsleistung des Motors muss irgendwie auf den Plattenteller übertragen werden. Je feiner und vibrationsärmer dies geschieht, desto besser!

 

Bei den meisten Heim-HiFi Spielern wird diese Energie mittels Antriebsriemen übertragen. Dies nennt man umgangssprachlich, wie könnte es auch anders sein, Riemenantrieb.

 

In der DJ- und Clubszene wird enorm Wert auf eine kräftige, verzögerungsfreie Kraftübertragung gelegt. Hierfür sind Riemen schlichtweg zu träge, deshalb wird auf Direktantrieb gesetzt.

 

In früheren Jahren gab es zudem noch das Reibrad. Dies ist eine direkt mit dem Motor verbundene Achse, welche die Drehbewegung via ein Reibrad zum Plattenteller überträgt. Diese Konstruktion befindet sich unterhalb des Plattentellers, verborgen im Chassis. Da  dieses System doch einige Nachteile mit sich zieht, ist es heute nahezu von der Bildfläche verschwunden. Auch ich möchte hier nicht mehr weiter darauf eingehen.

Rowen TT1 Antrieb mit Subtellerkonstruktion
Rowen TT1 Antrieb mit Subtellerkonstruktion

Beim Riemenantrieb befindet sich der Motor versetzt zum Zentrums des Plattenteller. 

  

Der Motor ist mit dem Teller durch einen Gummi-, Silikon- oder Nylonriemen verbunden, der die Kraft überträgt. Verwendet werden Rundriemen, also solche ohne Ecken und Kanten, aber auch Flachriemen, wie auf dem Bild einer abgebildet ist.

 

Im gezeigten Bildd wird der Riemen über einen Subteller gelegt, auf welchem sich der eigentliche Plattenteller (nicht abgebildet) befindet.

 

Durch den Riemen werden Vibrationen und Drehzahlschwankungen effektiv vom Plattenteller ferngehalten.

Bei der direktangetriebenen Variante sitzt der Motor direkt unterhalb des Plattentellerzentrums und ist direkt mit der Spindel verbunden. 

 

Meist finden diese Plattenspieler ihr zuhause in Discotheken oder bei DJs, welche "scratchen" möchten. Hierbei ist das hohe Drehmoment des Motors enorm wichtig. 

Plattenspieler mit dieser Antriebsart sind meist teurer als vergleichbare mit Riemenantrieb. Zudem steigert die direkte Verbindung von Motor zu Teller das Risiko von Vibrationen auf der Platte.

Um eine möglichst präzise Drehzahl erreichen zu können, wird in der Regel ein Quarzantrieb verwendet, bei dem die Laufgeschwindigkeit feinjustiert werden muss. 

Das Chassis

Chassis aus Holz, Metall und Acryl Mix von Goldnote
Chassis aus Holz, Metall und Acryl Mix von Goldnote

Als Chassis bezeichnet man den "Unterbau" eines Plattenspielers. Motor, Tonarm, Lagerbuchse, Plattenteller, Kabel usw. werden hierdrauf angebracht.

 

Beim Design und Aufbau des Chassis sind nahezu keine Grenzen gesetzt, wobei jedes Konstrukt seine Vor- und / oder Nachteile aufweisen.

 

So z.B. setzt eine Vielzahl an Hersteller auf ein möglichst hohes Gewicht. Dies wird benötigt um dem Chassis eine möglichst erschütterungsfreie Wiedergabe der Platte zu ermöglichen.

 

Es werden öfters auch mehrlagige Konstrukitonen verwendet, welche teilweise aus unterschiedlichen Materialen, wie z.B. Holz, MDF, Acryl oder auch Metall zusammengesetzt sind.

Minimalistisches Chassis von Project
Minimalistisches Chassis von Project

Es gibt jedoch auch Konstrukte, die auf eine maximal reduzierte Masse setzen. Hierbei wird sämtliches Material des Chassis entfernt, welches nicht zwangsläufig oder zur Verwindungssteiffigkeit benötigt wird, entfernt.

 

Bei solchen Chassis ist es umso wichtiger, diese stark entkoppelt vom Rest des Systems zu betreiben, da bereits kleinste Erschütterungen das System negativ beeinflussen.

 

Weitere Möglichkeiten sind sogenannte Sub-Chassis. Das Chassis wird starr gebaut, das Lager des Plattentellers und der Tonarm wird mittels einer Federkonstruktion in das starre Chassis gelegt. Dadurch wird das eigentliche Laufwerk vom Rest des Spielers entkoppelt. Solche Konstruktionen sind jedoch in der Herstellung teuer und in der Montage sehr filigran.

Der Motor

Unter dem Plattenteller verbauter Motor von Rega
Unter dem Plattenteller verbauter Motor von Rega

Welchen Zweck der Motor hat, liegt auf der Hand.

Meist werden sogenannte Synchromotoren eingesetzt. Diese benötigen die Wechselspannung um ihre Drehzahl über die Netzfrequenz (50Hz in Europa) zu halten.

Sehr häufig werden auch Gleichspannungsmotoren eingesetzt. Diese sind meist laufruhiger (da keine Wechselspannung) und finden somit anklang bei vielen Herstellern, wie z.B. Goldnote.

 

Die Position des Motors kann variieren. Kleinere Motoren können beispielsweise unterhalb des Plattentellers im Chassis verbaut werden. 

Rega TT PSU, externes Netzteil mit Geschwindigkeitskontrolle
Rega TT PSU, externes Netzteil mit Geschwindigkeitskontrolle

Geräte mit einem höheren Niveau enthalten teilweise ein separates Netzteil im Lieferumfang.

Dieses transformiert die Spannung von 230Volt in die Betriebsspannung, z.B. 15 Volt ausserhalb des Plattenspielers.

Viele Hersteller liefern zudem eine externe Box mit Filter, um Störungen des Stromnetzes teilweise eliminieren zu können. Mit Hilfe dieser externen Stromkontrollen ist kann die Gleichlaufleistung deutlich erhöht werden. Diese Netzteile bieten zudem den Vorteil, die Geschwindigkeit von 33.3 zu 45 Umdrehungen elektronisch anzupassen.

Der Tonarm

Am Tonarm wird der Tonabnehmer, also die Nadel, befestig. Auch hier gibt es verschiedene Technologien. Der Drehtonarm ist hierbei der Platzhirsch. Dieser ist an einem Punkt befestigt und läuft mit der Rille der Platte von aussen nach innen.

Desweiteren, deutlich weniger verbreitet, ist der Tangentialarm. Dieser Läuft mit der Platte mit, das heisst, er bewegt sich mit von aussen nach innen, synchron mit der Spur (Rille) der Platte.

Keramikgelagerter Drehonarm von Goldnote
Keramikgelagerter Drehonarm von Goldnote

 

 

 

Beim Tonarm sollte nicht gespart werden. Nicht nur das verwendete Material, meist Alu oder Carbon, spielt hierbei eine grosse Rolle, sondern auch die Lagerung. 

Meist ist der Tonarm mittels Kugellager frei beweglich. Doch die Art des Kugellagers ist entscheidend. 

Hochwertige Tonarme werden mittels Keramiklager gehalten und garantieren einen reibungslosen Betrieb. Um einen Tonarm korrekt einstellen zu können, ist Erfahrung und ein wenig Fingerspitzengefühl notwendig.

 

 

 

 

 

Der Tangentialarm ist in seiner Konstruktion äusserst aufwendig, weshalb er auch deutlich kostenintensiever ist. Hierbei bietet sich ein wesentlicher Vorteil. Da die Nadel immer im gleichen Winkel zur Plattenrille steht, ist die Wiedergabequalität, theoretisch zumindest, immer die selbe.

Gute Drehtonarme, welche korrekt eingestellt werden können, minimieren den Spurwinkelfehler, also quasi das "verkanten" zur Rille dermassen stark, dass dies den Betrieb nicht stört. Um diese Winkelfehler minimieren zu können, ist es äusserst wichtig, eine beachtliche Länge des Tonarms zu haben. Soll heissen, ein Tonarm mit 9" (22.8cm) ist deutlich besser, als einer mit 7'' (17.8cm), jedoch einem 12'' (30.5cm) unterlegen. 

Der Plattenteller

Glasteller mit mehreren Schichten von Rega
Glasteller mit mehreren Schichten von Rega

 

Beim Plattenteller gibt es ebenfalls unterschiedliche Technologien und Ausführungen. Günstige Geräte setzten meist auf günstige und sehr leichte Aluminiumteller. Diese haben meist eine hohle Unterseite, was einen Resonanzkörper generiert und bieten kein bis wenig Schutz vor Vibrationen und anderen unerwünschten Nebeneffekten.

 

Auch MDF wird gerne verwendet, da dieses einen deutlich besseren Klang als Alu (oder Kunststoff) generiert, in der verarbeitung aber nicht so teuer ist und somit zu attraktiven Preisen, vorallem im Einstiegssegment, angeboten wird.

 

Viele namhafte Hersteller bieten jedoch einiges mehr. So setzt beispielsweise der englische Hersteller Rega auf Glas, je nach Model sogar in unterschiedlichen Dicken. Glas hat eine sehr hohe Masse, d.h. ein hohes Gewicht, was den Gleichlauf des Tellers begünstigt, zudem werden Vibrationen vom Chassis zum Teller minimiert. Auch sehr beliebt ist Acryl oder POM. Dies ist ein relativ weiches, dem Vinyl ähnliches Material.

POM ist eine gute Lösung für viel Masse, also Gewicht, verbunden mit einem hohen Dämpfungsgrad.  

 

130mm Starker POM Teller von Goldnote
130mm Starker POM Teller von Goldnote

 

 

Viele Fabrikanten setzen auf ein einfaches physikalisches Prinzip - Trägheit der Masse.

Sobald ein Gegenstand, sich in einer konstanten Bewegung befindet, ist das Beeinflussen nur mit einem hohen Kraftaufwand möglich.

Soll heissen: Der Teller dreht sich mit der korrekten Umdrehungszahl. Durch die hohe Masse ist das beeinflussen der Laufgeschwindigkeit für den Plattenspieler (z.B. durch einen unruhigen Motorlauf) fast nicht mehr möglich.

Antiskating

Bei Radial-Tonarmen, also Drehtonarmen, entsteht bei der Wiedergabe durch die Reibung zwischen Nadel und Rille und dem leichten Spurwinkelfehler eine Kraft, welche den Tonarm nach innen zieht, also quasi gegen die weiter innen liegende Rillenwand zieht. Die Höhe dieser Kraft ist zudem vom Auflagegewicht des Tonabnehmers abhängig. Je schwerer das Auflagegewicht, desto stärker die Kraft.

Project Tonarm mit Anti-Skating Gewicht
Project Tonarm mit Anti-Skating Gewicht

Diese Skating-Kraft wird mithilfe verschiedener Methoden ausgeglichen. Häufig kommen hierbei Gewichte an Fäden zum einsatz, welch den Tonarm entgegen dieser Kraft ziehen oder drücken. Im hier gezeigten Beispielbild zieht das Gewicht am Faden nach unten. Durch diese Kraft wird der Tonarm über seinem Lagerpunkt in die entgegengesetzte Richtung, also nach Aussen, gezogen. Je nach Kerbe (bei der Befestigung des Fadens) wir die Anti-Skating-Kraft eingestellt.

 

Andere Systeme gleichen diese Kraft magnetisch aus.

 

Die korrekte Anti-Skating Einstellung ist nebst der Auflagekraft äusserst wichtig.

Vorverstärker

Vielen ist es von früher noch bekannt - der Plattenspieler war am "Phono" Anschluss des Verstärkers angeschlossen.

Der sogenannte Phono-Vorvestärker, auch Entzerrer genannt, ist zum Teil im Stereoverstärker eingebaut und als solchen gekennzeichnet. 

Dieses Bauteil hat zwei Grundfunktionen: Verstärken und Entzerren.

Eine Schallplatte ist, vorallem im Bereich Bass, extrem verzerrt aufgenommen. Dies ist notwendig, dass tiefe Frequenzen, welche eine grosse Schallwelle haben, auf der Schallplatte platz finden. Zudem ist der von der Nadel erzeugte Stromfluss extrem leise. 

Der Phono Vorverstärker macht somit nichts anderes, als diese gewollte Verzerrung auszugleichen und das Signal auf ein standartisiertes Level hoch zu puschen, damit der Verstärker des Systems ordentlich damit arbeiten kann.

Integrierter, schaltbarer Vorverstärker eines Denon Plattenspielers
Integrierter, schaltbarer Vorverstärker eines Denon Plattenspielers

 

Viele, meist günstige Einstiegsprodukte, habe einen solchen Vorverstärker integriert. In manchen Fällen kann dieses im Plattenspieler integrierte Bauteil ein-, bzw. ausgeschaltet werden.

 

Hierbei gibt es zu bedenken, dass dies Vorverstärker meist genau auf den Tonabnehmer, welcher sich im Lieferumfang befindet, angepasst ist.

 

Die meisten guten Plattenspieler hingegen verzichten auf ein integriertes Bauteil, da dieses meist den Qualitätsansprüchen nicht gerecht wird, und meist nicht universell mit anderen Abnehmern kompatibel ist. Nicht jeder Tonabnehmer hat identische technische Werte! 

 

Das A und O der Vorverstärkers ist es, möglichst präzise auf die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden zu können.

 

 

Einstellbare Phono Stufe von Project
Einstellbare Phono Stufe von Project

 

Sollte euer Verstärker keinen, oder nur einen minderwertigen (was oft der Fall ist) Phono Anschluss haben, rate ich euch dringend, eine externe, gute Phono-Vorstufe zu kaufen.

 

Einfache, aber bereits ordentliche Geräte gibt es ab rund Fr. 170.-. 

 

Geräte, welche auf die jeweiligen technischen Eigenschaften angepasst werden können, sind ab rund Fr. 300.- zu haben.

 

Hierbei gilt es nicht zu knausern, denn der beste Plattenspieler mit gutem Tonabnehmer bringt nichts, solange das Signal nur mangelhaft verarbeitet wird!

Tonabnehmer

Der Tonabnehmer, oftmals auch als Nadel bezeichnet, stellt die mechanische Verbindung von Platte zu Plattenspieler her.

 

Wie könnte es anders sein, auch hier gibt es wieder zwei unterschiedliche Technologien.

 

  • MM - Moving Magnet
  • MC - Moving Coil
Moving Magnet Zelle von Ortofon
Moving Magnet Zelle von Ortofon

MM Systeme sind meist die kostengünstigere Option. Nahezu alle Plattenspieler, welche ab Werk mit einem Tonabnehmer geliefert werden, sind mit einer MM-Zelle bestückt. 

 

Bei der MM Zelle ist am Nadelstift, welcher sich im Innern der Zelle befindet, ein kleiner Magnet befestig, welcher sich zwischen mehreren Spulen bewegt. Dieser Stift nimmt die mechanische Bewegung der Nadelspitze auf, welche durch die Spulen in einen elektrischen Impuls gewandelt und an den Phonoverstärker weitergeleitet wird. Solche Zellen sind bereits ab ca. Fr. 50.- bis hin zu ca. Fr. 600.- zu haben. Deren grösster Vorteil, nebst dem günstigen Anschaffungspreis liegt beim Service. Sollte die Nadel beschädigt oder abgenutzt sein, kann (meist) ohne grossen Aufwand gewechselt werden.

 

Klanglich sind die MM-Zellen in der Regel einer MC-Zelle deutlich unterlegen, wobei es aber auch hier Ausnahmen gibt.

MC Tonabnehmer von Hana
MC Tonabnehmer von Hana

Die Arbeitsweise bei MC-Zellen unterscheidet sich deutlich von deren eines MM Systems. 

(Extrem) Vereinfacht gesagt, ist das MC System das Gegenteil von MM. Hierbei befindet sich die Spule direkt am Ende der Nadel, welche sich konstant im Innern eines Dauermagneten bewegt und so die Spannung erzeugt, welche als Musiksignal weitergeleitet wird. 

Durch diese Technologie ist eine deutliche Verbesserung des Klangs möglich. Jedoch ist die Herstellung solcher Abnehmer deutlich komplexer und kostenintensiver. Bei diesen Tonabnehmern ist es nicht möglich, eine verschlissenen Nadel ohne weiteres auszuwechseln, da die Spule im Innern mit Drähten an der Zellenrückseite verbunden ist. 

Viele Hersteller bieten den Service an, defekte Nadeln zu reparieren, indem ein neuer Abnehmer in das Gehäuse eingesetzt und angeschlossen wird.

 

Entscheidet man sich dennoch für ein MC System, wird der Höhrer mit atemberaubendem Klang in einer völlig neuen Auflösung belohnt.

 

MC Systeme sind ab ca. Fr. 250.- erhältlich.

Standort

Auch diese Frage wird mir sehr häufig gestellt. Der Platzierung des Spielers sollte doch schon ein wenig beachtung geschenkt werden. 

Um es vereinfacht zu sagen: Der Plattenspieler, respektive die Nadel erzeugt Klang, also Musik, indem es mechanische Energie in ein elektrisches Signal wandelt. Die mechanisch Energie wird durch die Schwingung, welche auf der SChallplatte als Linie zu sehen ist, erzeugt.

 

Nun, nicht jeder Fussboden ist komplett plan, nicht jedes HiFi Möbel perfekt entkoppelt. Schwingungen im Raum, verursacht durch beispielsweise Vibrationen welche durch das Laufen im Raum erzeugt werden, gelangen ohne grosse Probleme auf den Plattenteller - somit auch auf die Platte und zu guter letzt auf den Tonabnehmer. 

Jede noch so kleine Bewegung des Tonabnehmers, welche nicht durch die Rille der Platte erzeugt wird, bindet sich ins Musiksignal mit ein und verfälscht dieses!

 

Ursachen sind beispielsweise:

 

Vibrationen durch uns Verursacht, da wir uns im Zimmer bewegen

Vibrationen ausgelöst durch die Lautsprecher, primär im Bassbereich

Subwoofer die vibrierend in der Ecke sitzen

 

Nun sollte die Positionierung gut überlegt sein.

 

Das Beste, aber gleichzeitig wohl auch das unpraktischte überhaupt wäre, den Plattenspieler in ein anderes Zimmer verbannen. Klar, das macht wohl keiner..

Was aber in den meisten Fällen problemlos realisierbar sein sollte: Platziert den Spieler ausserhalb des Schallfelds der Lautsprecher. Somit ist die beliebte, aber akustisch betrachtete Position zwischen den Lautsprechern denklich ungeeignet.

Besser wäre bereits die Wand gegenüberliegend der Lautsprecher.

Korrekter Untergrund

Da der Plattenspieler, wie bereits erwähnt, möglichst ruhig stehen sollte, eignet sich ein Möbel mit hohem Gewicht / Masse. Also MDF (Keine Spanplatten!) eignet sich beispielsweise gut, genau so wie Stein oder Granitflächen. Auf jeden Fall verzichtet werden sollte auf Design-Möbel mit (meist) sehr dünnen Glasböden oder Tablaren mit minimalistischen Befestigungen.

Wandbefestigung von Project
Wandbefestigung von Project

 

 

 

Eine sehr gute, wenn auch eher Aufwendige und nicht ganz Kostengünstige Alternative sind spezielle, entkoppelte Wandhalterungen.

 

Diese werden wie eine TV-Halterung an der Wand montiert, besitzen einen Rahmen, worauf sich das eigentliche Tablar entweder befestigt, oder mit Spikes aufliegend befindet

Da wohl nicht jeder sich ein bleischweres Rack oder eine Wandhalterung zulegen möchte, was ich durchaus nachvollziehen kann, gibt es gute Alternativen.

Entkopplungselemente von Harmonix
Entkopplungselemente von Harmonix

 

Um den Plattenspieler effektiv entkoppeln zu können, bieten verschieden Hersteller Spikes, Absorber oder andere Hilfsmittel zur verfügung, um unerwünschte Vibrationen trotz der Verwendung herkömmlicher Möbel an.

 

So beispielsweise bietet Harmonix speziell entwickelte Entkopplungselemente an, welche sich in unterschiedlichen Preisklassen befinden und wahre Wunder bewirken - und das auch bei Plattenspieler der Einsteigerklasse!

 

Ich selbst habe mir lange und viel Gedanken über die Aufstellung meines Spielers gemacht. Schlussendlich habe ich mich für Entkopplungselemente entschieden, da diese zwar nicht ganz billig , aber immer noch deutlich günstiger als ein halbwegs gutes (und meist eher hässliches) HiFi Rack waren. Des weiteren kann die Wohnungseinrichtung bleiben wie sie ist (und auch die Frau ist happy)

Betriebskosten

Nicht nur unser Auto oder Fahrrad muss ab und an gewartet werden. Dies trifft auch auf unsere Plattenspieler zu.

 

Werfen wir mal einen Blick auf die Tonabnehmer. 

Vorausgesetzt, der Plattenspieler ist korrekt eingestellt und der Zustand der verwendeten Platten ist soweit in Ordnung, kann bei einem gutem MC-System davon ausgegangen werden, dass dieses ca. 1200 bis 1500 Betriebsstunden eingesetzt werden kann. Dies bedeutet eine Betriebszeit von ca. 8 bis 10 Jahren, wenn man jeden Tag eine Platte konsumiert.

 

Sollte die MC-Zelle beschädigt oder verschlissen sein, muss diese ersetzt werden. Entweder, ihr entscheidet euch für ein komplett neues System, oder die verschlissene Zelle wird mit einem neuen Diamanten bestückt. Die Kosten für das erneute Bestücken der Zelle liegt, je nach Hersteller und Model, bei ca. 70. bis 80 Prozent des Kaufpreises.

Ersatzstylus von Ortofon
Ersatzstylus von Ortofon

 

MM-Systeme sind, zumindest was die Wartung betrifft, etwas einfacher gestaltet. 

Sobald die Nadel verschlissen ist, kann diese bei den meisten Herstellern, vom eigentlichen Tonkopf abgezogen werden und durch einen neuen Nadeleinschub ersetzt werden. Die Preise der Ersatznadeln, oftmals auch Stylus genannt, kosten ebenfalls ca. 70 - 80 % des Komplettpreises. 

Der Nadelträger sollte ca. alle 15 Jahre ersetzt werden.

 

Kostengünstige MM Systeme sollten relativ fleissig ausgewechselt werden. Da der Schliff der Nadel selbst eher grob (aus Kostengründen) gehalten wird, ist die mechanische Abnützung deutlich höher. Somit sollten diese Systeme nach  ca. 500 Stunden (zum Teil auch schon deutlich früher) ausgetauscht werden. 

 

Gute MM Systeme, wie beispielsweise das Ortofon 2M Bronze oder die Goldnote Vasari Gold halten da schon deutlich länger durch. 

 

Schlussendlich stellt sich beim Kauf eine einfache Grundsatzfrage:

Kaufe ich den Plattenspieler mit einer günstigen MM Nadel um etwas Geld zu sparen, investiere dann aber immer wieder mal was in eine neue Nadel?

Meist sinnvoller ist jedoch sich von Anfang an ein hochwertiges, halt etwas teureres MC System zuzulegen, welches eine längere Betriebszeit und zudem einen deutlich besseren Klang hat.

 

Aber auch hier gilt: Nicht jedes System eignet sich für jeden Plattenspieler gleichermassen! 

Verbesserter Upgrade Riemen von Rega
Verbesserter Upgrade Riemen von Rega

 

 

Ein weiteres Bauteil, welches ab und an gewechselt werden muss, ist der Antriebsriemen. 

Diese bestehen, wie bereits weiter oben erwähnt, aus einer Art Gummi. 

Mit den Jahren verflüchtigt sich der Weichmacher im Gummi und das Material wird spröde, brüchig oder leiert aus. 

 

Ist dies der Fall, kann kein präziser Gleichlauf gewährleistet werden, oder der Riemen verliert die Haftung und fällt vom Teller.

 

Ersatzriemen sind günstig, die meisten befinden sich in einer Preisklasse von 20 - 50 Franken. Wobei auch hier natürlich Ausnahmen existieren!

 

Verschiedene Hersteller bieten zudem auch verbesserte Riemen an, durch welche der ab Werk verbaute ersetzt werden kann. Diese sind aus anderen Materialzusammensetzungen und bieten besseren Grip oder dehnen sich weniger stark aus, was dem Gleichlauf zugute kommt.

 

Der Plattenspieler ist generell ein sehr empfindliches Produkt. Unerlässlich ist es für jeden Liebhaber, dass er sein Gerät auch pflegt und reinigt. Die Plattenteller sind meist kugelgelagert. Je nach Hersteller sollten die Lager ab und an neu gefettet / geölt werden. Hierbei aber bitte nicht in der Küche Sonnenblumen oder Olivenöl zweckentfremden. Öle für diesen Zweck sind synthetisch Hergestellt und haben einen sehr geringen Reibungswiederstand. Hierzu aber unbediengt die Angaben der Hersteller beachten!

 

Ebenfalls sollten ab und an die Einstellungen des Tonarms, also das Anti-Skating und das Auflagegewicht nachgemessen werden.

Zubehör

Beim Smartphone ist es die Schutzhülle und die Powerbank, beim Staubsauger die Fugendüse und bei der Kaffeemaschine der Milchschäumer. 

Gute Produkte benötigen zwar nicht zwingend viel Zubehör, jedoch kann mit wenigen Mitteln das tolle Gerät massiv verbessert werden!

Einstellbare Vorstufe von Goldnote
Einstellbare Vorstufe von Goldnote

 

 

 

Wie bereits weiter oben erwähnt, ist die Phono Vorstufe die Brücke von Plattenspieler und Verstärker.

 

Hier zu sparen verdirbt schlussendlich die komplette Güte des Plattenspielers und raubt zudem die Freude und das Erlebnis der Schallplatte!

Reinigungsset von Project
Reinigungsset von Project

Nur saubere Platten und Tonabnehmer geben die Musik in ihrer vollen Pracht  zum Vorschein. 

Da in der Rille der Platte bis tief unten Musikinformationen vorhanden sind, ist Staub das grösste Hindernis für den Tonabnehmer.

 

Je mehr Staub oder Fett sich auf der Platte befindet, desto weniger tief taucht die Nadel in die Rille ein, desto mehr Musikinformationen gehen somit verloren. Fazit: Schlechter Klang!

 

Eine Nadel- und Plattenbürste ist ein Muss! Zumahl diese beiden Zubehörteile für knapp 30.- zu haben sind.

Automatische Waschmaschine von Project
Automatische Waschmaschine von Project

Wer eine ordentliche Sammlung besitzt, oder sich anschaffen möchte, der sollte sich eine Waschmaschine zulegen!

 

Bei diesen Maschinen wird ein Reinigungskonzentrat mit destiliertem Wasser gemischt und auf die Platte aufgetragen. Ein Saugarm, wie ein Staubsauger, entfernt die Flüssigkeit mitsamt allen Verunreinigungen. Die Platte selbst wird dabei im und gegen den Uhrzeigersinn gedreht.

 

Einfache, komplett manuelle Geräte für kleine Sammlungen sind bereits ab Fr. 140.- erhältlich. Diese besitzen jedoch keine Saugfunktion, d.h. die Platten müssen mit Tüchern getrocknet werden.

Automatische Maschinen mit Saugfunktion erhält man ab gut Fr. 500.-

 

Selbst das Reinigen von neugekauften Platten lohnt sich, da auf diesen eine Schicht aus Lösungsmittel von der Herstellung zurückbleibt, welche sich wie ein unsichtbarer Film über die ganze Platte zieht!

Gut dämpfende Tellerauflage von Rowen
Gut dämpfende Tellerauflage von Rowen

 

 

Die meisten Plattenspieler werden mit einer Plattentellermatte aus dünnem Filz oder billigem Gummi ausgeliefert. Diese Teile gehören direkt in den Müll!

 

Die Auflage hat 2 Funktionen. Zum einen soll sie eine möglichst rutschfeste Verbindung von Teller zu Platte herstellen. Des weiteren soll die Matte eine möglichst gute Dämpfung der Platte erzielen. Schwingungen oder leichteste Vibrationen, welche sich auf dem Plattenteller befinden, sollen sich nicht auf der Platte ausbreiten können.

 

Einfache Matten, beispielsweise aus Kork sind ab ca. 30.- zu haben.

Gute, stark dämpfende Matten ab ca. 60.- Bedenkt: Die Matte ist ein sehr wichtiger Bestandteil und begleitet euch über lange Zeit! 

Clamp mit Schnellverschluss von Project
Clamp mit Schnellverschluss von Project

 

Ein weiteres, sehr sinnvolles Zubehör ist der sogenannte Clamp.

 

Schallplatten sind selten wirklich flach!

Je stärker diese gewölbt sind, desto ungenauer werden die verformten Rillen abgetastet.

Gute Abhilfe für dieses Problem bieten Clamps. Diese werden einfach auf die Platte gelegt. 

 

Es gibt hierfür Clamps, die die Platte durch ihr Eigengewicht nach unten pressen und somit "flach" halten, sodass die Rillen in ihrer ursprünglichen Form gehalten werden. Hierbei muss jedoch bedacht werden, dass ein hohes Gewicht das unter dem Plattenteller liegende Kugellager mehr beansprucht.

 

Andere Clamps werden hingegen auf die Platte gedrückt und am Dorn, also dem silbernen Docht in der Mitte des Tellers, durch einen Schnellspanner fixiert. Diese sind sehr leicht und bieten den selben Vorteil, ohne jedoch die mechanische Belastung des Laufwerks dramatisch zu erhöhen. Zusätzlich wird durch diesen Clamp die Platte deutlich besser mit dem Teller verbunden. 

 

Voraussetzung für diese Clamps sind jedoch generell ruhige, gut gelagerte Laufwerke. Es macht keinen Sinn die Platte zu beschweren, wenn via Achse vom Lager Vibrationen auf den Clamp und somit wiederum auf die Platte übertragen werden.

Absorber von Harmonix
Absorber von Harmonix

Die richtige Aufstellung, so haben wir ja bereits gelernt, ist ein äusserst wichtiger Punkt.

 

Oberflächen wie Glas, Holz oder Metall sind schnell starken Schwingungen, verursacht durch Gehen im Raum oder die Basswiedergabe, ausgesetzt.

 

Abhilfe hierfür bieten absorbierende Untersetzer. Die meisten von ihnen eignen sich für Plattenspieler, welche mit Spikes bestückt sind. Diese Absorber werden auf das Möbel oder Tablar gelegt und der Plattenspieler darauf gestellt. Es ist also keine spezielle Montage nötig.

 

Diese Absorber verhindern effektiv Vibrationen und entkoppeln den Plattenspieler wirkungsvoll vom Rest des Möbels.

 

Hier gilt jedoch: Kauft keinen Billigramsch!

 

Gute Absorber gibt es ab Fr. 170.- (4 Stück)

Digitale Tonarmwaage von Rega
Digitale Tonarmwaage von Rega

 

 

Ab und an das Auflagegewicht des Tonabnehmers kontrollieren ist wie beim Auto den Ölstand zu prüfen.

 

Um eine Punkt und (Milli)Gramm genaue Messung durchführen zu können, werden verschieden Tonarmwaagen angeboten.

 

Einfache Plastikwaagen sind teilweise den Plattenspielern beigelegt, taugen aber selten viel. 

Digitale Waagen sind ab ca. 110.- erhältlich und zeigen das Gewicht auf 0.001 Gramm genau an.

Je genauer der Spieler eingestellt ist, desto besser das Klangerlebnis und desto niedriger der Verschleiss!

Einstellhilfe von Project
Einstellhilfe von Project

 

 

Wer seinen Plattenspieler selbst aufbauen und einstellen will, ist auf ein genaues Messinstrument (und eine sehr ruhige Hand) angewiesen!

 

Tonarm- und Nadellehren sind bereits ab wenigen Franken zu haben. Für präzises Equipment müssen aber schnell mal an die 100.- einberechnet werden.

 

Für Einstellungen an komplexen und empfindlichen Spielern rate ich einem Laien ab. Die Chance das Gerät falsch zu justieren oder gar zu beschädigen ist gross!

 

 

 

 

 

Wir übernehmen die Erstmontage jedes Plattenspielers! Bei bei uns gekauften Geräten ist das Set Up des Gerätes kostenlos!

Fazit

Plattenspieler sind der Ursprung der Musik. Sie entführen uns in eine andere Welt und lassen uns den Alltagsstress ein wenige vergessen.

 

Ganz egal ob Einstiegsklasse oder Musikfan -  es gibt für jeden eine passende Lösung!

Wobei gut nicht immer auch gleich teuer bedeutet. 

Einsteiger in die analoge Welt finden ab rund etwa 500.- einen akzeptablen Spieler. 

Wer hingegen die Schallplatte mag, wie auch das Arbeiten mit den Geräten, also Platte auflegen, Tonarm anfassen, absenken usw., der darf ruhig etwas mehr investieren. 

Belohnt wird man in jedemfall mit einem Klangerlebnis das Gänsehautmomente erzeugt!

 

Ein weiterer Aspekt den es zu beachten gibt ist die äusserst lange Nutzungsdauer eines Plattenspielers. Dieses Gerät wird euch über Jahrzehnte begleiten! Die Folgekosten halten sich in Grenzen, also braucht man da sich nicht den Kopf zu zerbrechen. 

 

Ob man jetzt 500.- oder 2000.- ausgegeben hat wird wohl die wenigsten in 20 Jahren noch interessieren. Was hingegen alle über den gesamten Zeitraum interessieren wird ist, dass man die letzten 20 Jahre nicht bescheiden, sondern GUT Musik gehört hat!

 

Abgesehen davon haben Plattenspieler einen tollen Nebeneffekt. Sie beruhigen uns, da wir uns Zeit nehmen müssen und die Musik deutlich bewusster konsumieren als mit Spotify & Co.! Dies bedeutet in der heutigen hecktischen Zeit Lebensqualität!

 

Zubehör ist wichtig, sollte aber nicht zum Hauptthema werden. Klar, eine Suppe ohne Salz schmeckt nicht. Zuviel Salz ist hingegen auch nicht gut! Nicht jedes Zubehör eignet sich für jeden Plattenspieler gleichermassen. Komplett missachten dürft ihr es aber dennoch nicht. Rechnet also ein Paar Franken extra ein!

 

Den Plattenspieler einrichten sieht leichter aus als getan. Wer handwerklich nicht so begabt ist, sollte dies besser dem Profi überlassen. Wir vom Glanzmann Hifi übernehmen das Set-Up des bei uns gekauften Spielers ungefragt! Denn, nur was perfekt eingestellt ist, bietet auch den perfekten Sound!